Suche nach verborgenen Strukturen mit einem Magnetometer

Im März und April wurde das Gelände in der Stuifenstraße 17 in Buoch vom Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart archäologisch untersucht. In den vier Ausgrabungsschnitten konnten zahlreiche Konzentrationen von Keramikscherben beobachtet werden. Diese Funde sind der sogenannten „Buocher Feinware“ zuzuordnen, die vom 12. bis 14. Jahrhundert auf die Tafel jeder begüterten Familie im weiten Umkreis gehörte. Außerdem wurden mehrere Produkte der gleichen Warenart aus späteren Jahrhunderten gefunden. Dies belegt, dass die Töpfer in Buoch noch mindestens bis ins 16. Jahrhundert weitergearbeitet haben und nicht nur Tafelgeschirr, sondern auch Baukeramik produzierten. Am interessantesten jedoch sind die Bestattungen, die im Anschluss an die beiden bereits 2014 aufgedeckten Gräber entdeckt und dokumentiert wurden. Bei der Ausgrabung wurden mindestens sieben Gräber mit insgesamt zwölf (Teil-)Skeletten gefunden. Die anthropologischen Analysen ergaben, dass es sich hauptsächlich um Kindergräber handelt. Diese treten in regelmäßigen Abständen in einer Reihe auf. Zwei der Kinder wurden mit Grabbeigaben ausgestattet. Zwei Ohrringe und ein Fingerring aus Bronze konnten geborgen werden. Diese Schmuckstücke datieren aufgrund ihrer Form und Ausarbeitung in das 7. bis 8. Jahrhundert. Damit liefern die entdeckten Gräber die ältesten Belege für die Besiedlung des Orts Buoch. Außerdem zeigt dies, dass der heute noch aktive Friedhof in Buoch seit dieser frühen Zeit genutzt wurde – vermutlich kontinuierlich. Zur Untermauerung dieser Ergebnisse und für weitere Fragestellungen wurde die 14C-Datierung von fünf Knochenproben veranlasst.

Die nächsten Schritte
Neben den in Auftrag gegebenen Radiokarbondatierungen der Bestattungen, der Restaurierung sowie wissenschaftlichen Vorlage der Funde der Ausgrabung, sollen in den nächsten Wochen verschiedene Areale im Ortskern mit geophysikalischen Methoden untersucht werden. Diese Untersuchung ist nicht-invasiv und kann zerstörungsfrei verziegelte Bereiche im Boden aufspüren. Damit soll die Töpferei im Ort genauer unter die Lupe genommen werden. Denn außer einem einzigen damals zufällig beim Bau des Gemeindehauses entdeckten Töpferofen sind bisher keine Herstellungseinrichtungen dieser so wichtigen Keramikproduktion bekannt.

Quelle: Dr. Aline Kottmann, Katalin Puster M. A